Castillische
Nächte
Teil
4
Nach einem feucht-fröhlichen Abend, bei dem man den ereignisreichen Tag hat ausklingen lassen, ist die Zeit zum Heimgang gekommen und alle verschwinden in ihren Betten, um sich am nächsten Morgen zum Mittagessen wiederzusehen. Juan sieht noch schnell die Liebesbriefe Alonsos durch, doch er kann nichts finden, was von Interesse wäre und geht so dann auch zu Bett.
Am nächsten Morgen treffen sich Ana Maria und Leonora zu einem gemeinsamen Frühstück, bei dem Ana noch einmal versucht, Leonoras wahre ‚Arbeitgeber’ zu enttarnen, doch Leonora lächelt nur und nimmt dann ihr Versprechen hin, daß sie nicht locker lassen wird, bis sie es weiß. Schließlich machen sie sich auf die Suche nach El Matador und finden diesen nach einigen Irrwegen in der Arena, wo er seinen Übungen nachgeht. Nach einer Weile bemerkt er die beiden Frauen und erscheint dann, erfrischt und sauber, um mit ihnen loszugehen.
Paolo hat währenddessen wenig getan, außer sein Frühstück eingenommen, macht sich dann jedoch ebenfalls auf den Weg. Nun ist die Zeit zum einnehmen des Mittagsmahles gekommen und es wird sehr deutlich, daß das Mißtrauen noch immer vorherrscht. Besonders Leonora ist dabei in Juans Schußlinie geraten, gibt sich jedoch geheimnisvoll und unternimmt nichts, um dies zu ändern.
Nachdem klar geworden ist, daß alle nun zunächst Informationen einholen möchten und daß ein gemeinsamer Besuch auf dem Ball des Königs angeraten ist, begeben sie sich nach draussen, wo plötzlich ein Schuß über die Straße hallt und hinter den Helden in die Wand des Gasthauses einschlägt.
Glücklicherweise wurde niemand getroffen, dennoch beginnen Ana Maria und Juan schnell damit, zu dem gegenüber liegenden Haus zu laufen, um von dort aus über den Dächern nach dem Verantwortlichen zu suchen. Doch nichts ist geblieben und so können sie nur wenig ausrichten, als sich umzusehen.
Paolo und Leonora, die unten geblieben sind, sehen sich doch sehr schnell einer neuen Bedrohung ausgeliefert, denn ein Trupp maskierter Schläger nutzt die Stille der Siesta, um auf die beiden Vodacce loszugehen.
Schnell befördert Paolo Leonora nach hinten und nimmt sich den großmäuligen Männern an, kann sie jedoch sehr schnell unschädlich, nicht jedoch ohne selbst eine ausgekugelte Schulter durch einen Keulenhieb einstecken zu müssen. Schon bevor jedoch der fünfte im Staub liegt, ist die Kapuze des hektisch die Flucht antretenden sechsten Mannes, der sich herausgehalten hatte, von seinem Kopf gerutscht – es ist der Mann mit der Narbe, der Dona Estella dient.
El Matador zögert nicht lange und bringt seine Pistolen zum Vorschein, um seine Flucht aufzuhalten, während Ana Maria gekonnt von dem Dach herabgleitet. Zwei Schüsse fallen und bringen den Mann zum Fall, bevor er entkommen kann.
Schnell ist Ana Maria hinübergelaufen und versucht ihm zu helfen, damit er nicht sofort seine Lebensgeister entweichen lässt und tatsächlich schafft sie es, ihn zu stabibilisieren. Nun ist ein schneller Gang zu der sicheren Arena angesagt, in der alle Zuflucht finden können, doch trotzdem haben die Helden wenig Erfolg dabei, den aus der Ohnmacht erwachten Mann zu befragen, der kaum mehr als „...dreckiges Diebespack...“ herausbringt, bevor er erneut ohnmächtig wird. Auch Paolos elegant angesetztes Rapier, das sein Gesicht ein wenig anritzt, hilft dabei nur wenig.
Nun, da die Ärzte der Arena erscheinen, um sich um den Diener zu kümmern, kann sich Ana auch endlich um Paolos Schulter kümmern und renkt diese wieder ein, während der Verdacht sogleich auf Estella fällt – offenbar hat die Dame etwas für sie sehr wichtiges verloren.
Bei Estellas schmucker Villa angekommen, öffnet eine gestrenge, ältere Haushälterin die Tür und hört sich Paolos Bitte um Einlaß an, erblasst jedoch, als Ana Maria ohne zu zögern den Zustand des narbigen Mannes eröffnet, der von der Dame als Gustavo bezeichnet worden ist.
Die Haushälterin geht, um Doňa Estella das Anliegen vorzutragen, gibt jedoch, als sie wieder erscheint, vor, daß die Dame des Hauses nicht anwesend sei.
Nun platzt Ana der Kragen und sie schiebt die Frau aus dem Weg, um hineinzugehen in das stille Haus. Langsam wird die Haushälterin nervös, erteilt jedoch trotzdem keine weitere Auskunft, was Ana dazu veranlasst, auch den nächsten Raum nach der Eingangshalle zu betreten.
Eine Galerie eröffnet sich vor ihren Augen, doch alles scheint still und leer zu sein und auch die anderen treten in die geisterhafte Atmosphäre ein. Plötzlich und ohne Vorwarnung, saust eine dunkle aber eindeutig weibliche, dazu noch gut bewaffnete Gestalt von der Galerie hinab und steht mit gezogenem Rapier da, bittet die Helden, auf der Stelle das Haus zu verlassen.
Offenbar handelt es sich hierbei um Doňa Estella, wie Paolo an ihrer Stimme zu erkennen meint und sie ist sehr sicher, daß Juan den Ring hat. Ana Maria verlangt einen Beweis dafür und die wütende Frau händigt ihr ein Pergament aus, das sie aus ihrem Dekolleté zieht. Ohne Zweifel wurde der Ring von einem gewissen ‚El Negro’ erneut entwendet, der als Symbol eine schwarze Maske, ähnlich der Juans verwendet, was ihren Verdacht schnell erklärt.
Eigentlich wäre die Sache nun also leicht aus der Welt zu schaffen, doch Paolo äussert eine sehr unbedachte Meinung zum Thema Frauen und Fechten, was Estella nicht gut heißen kann, vor allem weil sie das Rapier ja in der eigenen Hand hält und sehr offensichtlich damit umzugehen weiß.
Nun hilft alles nichts mehr und die Haltung des jungen Mannes, als er ihr abfällig den Rücken zuwendet, sorgt noch mehr dafür, daß sich seine Probleme nicht verhindern lassen. Estella möchte nur zu gerne sofort ein Duell und Juan kann nur eine knappe Aufschiebung erwirken, als er sie an die Regelungen der Schwertmeistergilde erinnert, die Sekundanten und einige andere Maßnahmen von den Duellanten fordern.
Nun wird es auch Ana Maria zu bunt und sie steht auf, um der aufgebrachten Dame ihr Wort als Ritterin von Rose und Kreuz zu geben, daß sie ihr den Ring wiederbeschaffen wird. Estella gibt nach, auch wenn sich das Duell nicht wirklich vermeiden lassen wird. Es ist Zeit, zu gehen.